Mediationsanfrage
Sie befinden sich hier: Berufsbegleitende Ausbildung    Mediation & Moderation in der Stadt- und Regionalentwicklung

Überblick der Lerninhalte

Der Ablauf der Ausbildung gliedert sich in mehrere Module, die zwar eigenständige, inhaltliche Schwerpunkte beinhalten, immer aber im Zusammenhang gesehen werden müssen. Die Schwerpunkte der Module werden anhand praktischer Übungen und Rollenspiele dargestellt und trainiert.

Ziel des Einführungsseminars ist es, einen ersten groben Überblick über Moderation und Mediation als Methoden für die Stadt- und Regionalentwicklung zu geben. Neben dem Ablauf und Grundprinzipien werden Anwendungsbereiche thematisiert. Weiterhin werden Grundlagen der Kommunikation sowie einzelne Techniken vermittelt.

Thema (Lernziel) Inhalt und Methode (24 Zeitstunden)
Mediation: Grundzüge, Definition, Prinzipien und Idee Grundzüge und Idee der Mediation, Grundprinzipien der Mediation, „Erlernbarkeit“ von Mediation
Phasen der Mediation Grober Überblick über Phasen der Mediation
Unterschiede zu anderen Verfahren Erarbeitung der wesentlichen Unterschiede zu anderen Konfliktlösungsmethoden wie Gerichts-, Schlichtungs- und Schiedsverfahren, Abgrenzung zu Therapie und Beratung
Haltung des Mediators (Grundzüge) Mediation als Haltung – Aufgaben und Rollen des Mediators, Erfahrung, Reflexion und Umgang mit der Neutralität und Allparteilichkeit
Moderation: Grundzüge, Definition Grundzüge und Ablauf der Moderation, Rolle & Aufgaben des Moderators Anwendungsbereiche
Kommunikationstechniken Theorie der Kommunikation; Kommunikationsmuster und Kommunikationsverlauf in der Mediation; einzelne Techniken, wie Paraphrasieren, Fokussieren, Partialisieren, aktives Zuhören, Konkretisieren etc.
Konflikte Typologie von Konflikten; verschiedene Konflikttiefen und ihre Bearbeitungsmöglichkeiten; Konfliktanalyse, Konflikteskalation, Dynamik und Stufen; Funktionen von Konflikten (innerhalb der Konfliktparteien und innerhalb der Gesellschaft)

Ziel dieses Moduls ist das Erlernen und Beherrschen von Fragetechniken – dem zentralen „Handwerkszeug“ des Mediators und Moderators. Schwerpunkt ist die Entwicklung einer methodisch fundierten Vorgehensweise, die ein situativ angemessenes Fragen ermöglicht.

Thema (Lernziel) Inhalt und Methode (24 Zeitstunden)
Grundlagen mediativen Fragens Einführung in die Technik des Fragens, Sinn von Fragen im systemischen Sinn – warum es besser ist, als Mediator zu fragen, anstatt Ratschläge zu geben
Hypothesen Wie komme ich als Mediator auf geeignete, hilfreiche Fragen? Ressourcenorientierte Hypothesenarbeit in der Mediation – Auswege aus festgefahrenen Konfliktmustern und Problemorientierung
Fragematrix Das „Neun-Felder-Modell“ in der Mediation
Fragen zur Selbstbehauptung Mit reflexiven Fragen die Medianten in ihrer Wirklichkeit abholen, Interessen und Bedürfnisse erarbeiten, Ressourcen erkennen
Fragen zur Wechselbezüglichkeit Wie die Medianten einen anderen Blick auf den Konflikt bekommen, Zirkuläres Fragen in der Mediation – Perspektivenwechsel durch Fragen
Umgang mit Widerständen in der Mediation „Verbotene“ Fragen in der Mediation? Fragen zum Entwickeln von Lösungen, Bewerten und Verhandeln
Lösungsfragen Wenn es nicht nur um die Lösung geht – Veränderung von Kommunikationsmustern der Medianten; prozessorientierte und transformatorische Fragen in der Mediation

Ziel dieses Moduls ist es, die Anwendungsbereiche mediativer Grundlagen in der Stadt- und Regionalentwicklung sowie den angrenzenden und verwandten Disziplinen zu erörtern und praxisrelevante Fallbeispiele aufzuzeigen, in denen die Mediation als Schlüsselqualifikation zum Einsatz kommen kann. Ziel des Moduls ist es weiterhin, die Kurzzeitmediation als Methode für Krisengespräche kennenzulernen und am Fallbeispiel zu trainieren.

Thema (Lernziel) Inhalt und Methode (24 Zeitstunden)
Anwendungsbereiche Anwendungsfelder und Besonderheiten in der Stadt- und Regionalentwicklung, Definition der Anwendungsbereiche in angrenzenden und verwandten Teilbereichen, Entwicklung praxisnaher Fallbeispiele
Einbindung der Verwaltung Fragen der Einbindung der Verwaltung, insb. Verwaltungsermessen, Rechtsstaats- und Demokratieprinzip
Konflikte im öffentlichen Bereich Konfliktbearbeitung und -tiefe; Problem der Identifikation der Betroffenen; Lage des Kristallisationspunktes
Institutionen als Akteure Persönliches Vertrauen; Vielschichtigkeit von Institutionen; Glaubwürdigkeit
Kurzzeitmediation/Krisengespräch
Vorlaufphase Vorlaufphase in der Mediation – Auftragsklärung, Vorgespräche, Ergebnisoffenheit
Phasen der Mediation Phasenmodell der Mediation und dessen Grenzen in der Kurzzeitmediation
Einzelgespräche Sinn und Zweck von Einzelgesprächen; Gefahren und Risiken von Einzelgesprächen
Verfahrensmanagement Ablauf und Verfahren

Modul 4 beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Ablauf sowie der Vor- und Nachbereitung einer Moderation. Neben den Moderationstechniken werden auch Visualisierungs- und Kreativitätstechniken vorgestellt. Im Rahmen des Rollenspiels haben die Teilnehmer die Möglichkeit, selbst eine Moderation zu erfahren und zu leiten.

Thema (Lernziel) Inhalt und Methode (24 Zeitstunden)
Anwendungsbereiche Anwendungsbereiche in der Stadt- und Regionalentwicklung, Wirtschaftsförderung, Tourismusplanung und -entwicklung
Moderationstechniken Überblick über Moderationstechniken
Visualisierungs- und Kreativitätstechniken Grundlagen der Visualisierung, einzelne Visualisierungsmethoden und -techniken; Grundlagen der kreativen Lösungsfindung
Ablauf und Struktur Strukturierung einer Moderation, Planung des Ablaufs, Zeitmanagement
Moderationsplan Vorbereitung einer Moderation mittels Moderationsplan
moderative Selbsterfahrung Moderation im Rollenspiel

Ziel dieses Moduls ist es, auf Grundlage der Mediation Beteiligungsverfahren für die Konzeption und Umsetzung von lokalen und regionalen Entwicklungsstrategien am Fallbeispiel zu erarbeiten und dabei besonders auf die Struktur und die Besonderheiten des Verfahrens einzugehen. Neben der Mediation werden die Grundzüge von Kreativitäts- und Moderationstechniken vermittelt. Eine besondere Bedeutung kommt der Frage nach Beteiligung aller relevanten Akteursgruppen und deren Erwartungen an den Entwicklungsprozess zu.

Thema (Lernziel) Inhalt und Methode (24 Zeitstunden)
Strukturierung und Steuerung von
Entwicklungsprozessen
Mediation in der Konzeption und Umsetzung regionaler Entwicklungskonzepte, Einbindung aller relevanten Interessengruppen, Sicherstellung der Information und Beteiligung aller Akteure und Entscheidungsträger
Arbeit in Netzwerken und Arbeitsgruppen Vermitteln, Steuern, Umgang mit Widerständen
Konfliktvermittlung in Großgruppen Umgang mit großen Gruppen, Einzelgespräche, Co-Mediation
Haltung und Rolle des Vermittlers Sicherstellung der Neutralität und Allparteilichkeit
Öffentlichkeitsarbeit Öffentlichkeitsarbeit in der Mediation – Instrumente und deren Umsetzung
Implementierung in der Praxis Einsatz mediativer Techniken im beruflichen Alltag