Mediationsanfrage
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Informationsabend in Leipzig

Standort der Ausbildung

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Verena Reinecke

Überblick der Lerninhalte

Der Ablauf der Ausbildung gliedert sich in mehrere Module. Die vermittelten Kenntnisse eines jeden Schwerpunktes werden anhand praktischer Übungen und Rollenspiele vertieft. Die Gesamtausbildung mit Hochschulzertifizierung umfasst 332 Stunden, wovon 168 Stunden als Präsenzveranstaltung vor Ort absolviert werden.

  • Modul 1: Das familiengerichtliche Verfahren – Rechtsgrundlagen und professionelle Angebote gemäß FamFG
    • Juristische Grundlagen des FamFG: Grundentscheidungen und Grundprinzipien
    • Professionelle Angebote nach dem FamFG im Überblick: Informationen, Beratung, Mediation
    • Grundlagen der Verfahrensbeistandschaft gemäß §§ 158, 167, 174 und 191 FamFG
    • Überblick über das Verfahren in Kindschaftssachen gemäß § 152, §§ 159 ff., §§ 155 ff., §§ 165 f. FamFG
    • Umgang mit Vertraulichkeit, Freiwilligkeit / Arbeiten im Zwangskontext
    • Kooperation mit sozialen Institutionen und Akteuren

  • Modul 2: Der Anwalt des Kindes - Arbeit des Verfahrensbeistands nach §§158 und 167 FamFG
    • Funktion und Aufgaben
    • Vorgehensweise, Rechte und Pflichten
    • Unabhängigkeit gegenüber den Verfahrensbeteiligten
    • Berufsrolle und Berufsethik, Abgrenzung zur Beratung und zur Mediation
    • Abgrenzung zur Arbeit als Umgangspfleger und Ergänzungspfleger
    • Kooperation mit den Trägern der Kinder- und Jugendhilfe
    • Schweigepflicht und Parteilichkeit

  • Modul 3: Die Kunst des Fragens – Elterngespräch und Vorbereitung einer einvernehmlichen Regelung
    • Grundlagen der Kommunikation und Kommunikationstechniken: Paraphrasieren, Verbalisieren, Reframing, verbale und nonverbale Kommunikation
    • Grundlagen des verstehenden Fragens
    • Fragetechniken zur Gesprächssteuerung
    • Reflexion eigenen Konfliktverhaltens
    • Führen von Elterngesprächen und Vorbereitung von Elternvereinbarungen
    • Praxisfälle
  • Modul 4: Kindschaftsrecht, Umgangsrecht / Sorgerecht, Kinder- und Jugendhilfe
    • Grundlagen des Kindschaftsrechts
    • Umgangsrecht/Sorgerecht
    • Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung nach §1666 BGB
    • Mit Freiheitsentziehung verbundene Unterbringung nach §1631 BGB
    • HKÜ-Verfahren
    • Kinder- und Jugendhilfe gemäß SGB VIII
    • Rechtsfragen bei Betreuungsalternativen für Kinder nach Trennung und Scheidung
    • Rechts- und Institutionenkunde für das gerichtliche Verfahren
    • Praxisfälle

  • Modul 5: Kinder in Krisen verstehen – Grundlagen der Entwicklungspsychologie
    • Entwicklungspsychologische Grundkenntnisse und Grundlagen der Bindungstheorie
    • Kommunikation mit Kindern in Krisensituationen
    • Umgang mit traumatisierten Kindern (streitiges Umgangs- und/oder Sorgerecht, Vernachlässigung, Misshandlung, sexueller Missbrauch, Fremdplatzierung, Adoption, freiheitsentziehende Maßnahmen)
    • Besonderheiten der Situation von Pflegekindern (Umgang mit der Herkunftsfamilie, Rückführung)
    • Kindliche Suggestibilität, Verzerrungseinflüsse
    • Umgang mit psychologischen Gutachten
    • Kindeswohl und Kindeswille
    • Praxisfälle
  • Modul 6: Elternkonflikte bei Trennung /Scheidung – Kinder unterstützen und beteiligen
    • Phasen bei Trennung und Scheidung
    • Umgang mit Ambivalenzen bei den Eltern
    • Elternkonflikte bei Trennung/Scheidung – 3-Stufen-Modell
    • Unterschiedliche Konfliktdynamiken
    • Hochstrittige Elternkonflikte: Merkmale, Interventionsmöglichkeiten und Grenzen der Konfliktarbeit bei Hochstrittigkeit
    • Belastung von Kindern bei Elternkonflikten
    • Verarbeitung und Folgen von Elternkonflikten
    • Ambivalenzen bei Kindern: Kinder lieben beide Eltern – kann es da einen klaren „Willen“ geben?
    • Einflüsse auf die Haltung/den Willen der Kinder; Mechanismen der Entfremdung
    • Gespräche mit Eltern zur Situation des Kindes/des/der Jugendlichen
    • Gespräche mit Kindern / Jugendlichen
    • Beteiligung von Kindern / Jugendlichen
    • Aspekte der Kooperation der beteiligten Professionen
    • Praxisfälle
  • Modul 7: Arbeitspraxis des Verfahrensbeistands – Methodeneinübung
    • Aktenstudium und Fallverstehen
    • Kontaktaufnahme zum Kind, zu Eltern/Pflegeeltern, Jugendamt, Sachverständigen am Fallbeispiel
    • Kommunikation mit dem Kind, Verhaltens- und Interaktionsbeobachtung
    • Aufbau einer Stellungnahme
    • Vertretungspraktiken
    • Dokumentation
    • Abrechnung / Steuerfragen
    • Fallarbeit an konkreten Problemlagen der Kinder: Entzug der elterlichen Sorge / Wegnahme von Pflegeeltern und Umgangsberechtigten / Adoption / geschlossene Unterbringung von Kindern
    • Fallbearbeitung der TeilnehmerInnen
  • Modul 8: Betreuungsmodelle für Kinder nach Trennung und Scheidung
    • Gestaltung des Umgangs nach Trennung bzw. Scheidung im Sinne des Kindes
    • Betreuungsmodelle im Vergleich: Residenzmodell (z.B. Besuche beim anderen Elternteil am Wochenende / in den Ferien) vs. Wechselmodell (alternierende Obhut / Paritätische Doppelresidenz)
    • Nestmodell als besondere Form des Wechselmodells
    • Voraussetzungen und Kontraindikationen der Betreuungsalternativen
    • Stand der empirischen Forschung zu den Folgen aus psychologischer Sicht
    • Rechtliche Grundlagen und Folgen der Betreuungsregelungen
    • Praxisfälle
    • Prüfungskolloquium
  • Modul 9: Prüfungskolloquium