Publikationen: Mediation & Moderation in der Stadt- und Regionalentwicklung: Mediation in regionalen Entwicklungsprozessen

Mediation & Moderation in der Stadt- und Regionalentwicklung (Anja Terpitz)

3.2 Mediation in regionalen Entwicklungsprozessen

Mediation bezeichnet ein Verfahren zur Lösung von Konflikten, bei dem ein neutraler, allparteilicher Dritter die Konfliktparteien bei der eigenverantwortlichen Lösung ihres Konfliktes unterstützt. Im Unterschied zur Moderation ist die Mediation nicht per se als Standardverfahren in regionalen Entwicklungsprozessen vorgesehen, ggf. ergeben sich jedoch Konfliktsituationen, die eine Mediation erforderlich machen.

Hingegen kann der Einsatz mediativer Elemente zu einer Vorbeugung und auch Lösung von kleineren Konflikten beitragen, zu einem echten Interessenausgleich führen und somit das Ergebnis einer Planung nachhaltig auf breite Akzeptanz stellen. Im Konfliktfall kann der Regionalmanager in der Rolle eines Vermittlers beispielsweise die Selbstbehauptung einer schwachen Partei unterstützen, einen Perspektivwechsel fördern und mit ressourcenorientiertem Fragen die Suche nach interessenbasierten Lösungen unterstützen.

Im regionalen Entwicklungsprozess können mediative Elemente beispielsweise im Rahmen von Regionalkonferenzen zum Einsatz kommen, die der Ziel- und Strategiefindung einer Region dienen. Im Hinblick auf schwierige, konfliktträchtige Entscheidungen, die das regionale Entscheidungsgremium treffen muss, kann eine fundierte Interessenanalyse beispielsweise für die Ableitung objektiver Kriterien genutzt werden, die wiederum für die Lösungsfindung von Bedeutung ist. Als Herausforderung beim Einsatz von Mediation im regionalen Kontext erweisen sich der Umgang mit der Öffentlichkeit, die erforderliche neutrale Haltung des Regionalmanagers, die Vertraulichkeit und Ergebnisoffenheit.

Prinzipiell ist es von Vorteil, wenn der Regionalmanager die Mediation als Methode kennt und sie im besten Fall auch anwendungssicher beherrscht. Die Mediation ermöglicht einen offenen Umgang mit unterschiedlichen Interessen, unterstützt den Interessenausgleich und hilft bei Findung einer gemeinsamen Lösung. Langfristig werden die Verantwortung des Einzelnen und die Konfliktkultur der gesamten Gemeinschaft positiv verändert.