Publikationen: Akzeptanzmanagement und Energiewende: Bürger und Kunden gewinnen

Akzeptanzmanagement und Energiewende (Dr. Gernot Barth)

Bürger und Kunden gewinnen

Akzeptanz kann als aktive oder passive Zustimmung zu Entscheidungen oder Handlungen anderer bzw. als positive Bewertung eines Planungsgegenstandes begriffen werden. Sie kann auch als Widerspruch zum Begriff Ablehnung definiert werden.  Die Dimensionen werden in Abbildung 3 anschaulich abgebildet.


Abb. 3: Dimensionen des Akzeptanzbegriffes (© Zoellner/Rau/Schweizer-Ries (2009)

Aktive Akzeptanz wäre das erstrebenswerte, in konkreten Fällen auch idealistische, Ziel. Um es mit der Perspektive eines Vorhabenträgers zu illustrieren: „Solange kein Widerstand da ist, wird die Anlage akzeptiert.“ Während Bürgerinitiativen eher so formulieren: „Erst wenn die Anwohnenden die Anlage explizit befürworten und aktiv unterstützen, kann von Akzeptanz gesprochen werden“.

Für die Kommunikation mit den Bürgern und Kunden geht es daher zuvörderst nicht um werben und überzeugen, sondern um einen Dialog auf Augenhöhe. Grundlegende Prinzipien nenne ich im Folgenden:

Grundsätze des mediativen Akzeptanzmanagements

  • Innere Haltung: Der Bürger/Kunde ist legitimer Bestandteil des gesamten Verfahrens.
  • Eigene Offenheit, Bereitschaft zur Einsicht und Überarbeitung der Planung.
  • Wertschätzung aller Bürger – Projektbefürworter wie -gegner (nicht psychologisieren und mit negativen Etiketten versehen)
  • Methode: Aktiv Zuhören -  hat auch eine deeskalierende Wirkung.
  • Interessen der Bürger vollständig erfassen und sich die Rückmeldung holen, ob sie sich verstanden fühlen!
  • Erst danach eigene Pläne explizieren.
  • Den Dialog auf der Interessenbasis führen und NICHT auf der fachlichen Basis!
  • Frühzeitige Einbeziehung der Medien zur Aufklärung und Information.
  • Prozess des Mediativen Akzeptanzmanagements II.